"WegWeiser für den AUFRICHTIGEN WANDERER"
Wegweiser für den Aufrichtigen Wanderer
Handgemalte Karten für den inneren Weg — eine Einladung, sich selbst ehrlich zu begegnen.
KAPITEL I
Der Ruf des Weges
Jede Reise beginnt mit dem Mut, den ersten Schritt zu wagen
Der AUFRICHTIGE WANDERER verliert sich nicht im Irrtum, dass seine gewonnene Stärke ihn unantastbar oder unverletzlich machen würde. Er bleibt stets achtsam und nutzt seinen fein geschnitzten WanderStab, wenn das Leben ihn erneut herausfordert. Er wendet ihn an, um sich auf steinigen Etappen zu stützen, um Angriffe abzuwehren und um an die hoch wachsenden Früchte zu gelangen.
Wer zur Süße will, geht über die Bitterkeit. Wer zum Glück will, geht über das Leid. Wer zur Heilung will, geht über das Gift. Wer zum Licht will, geht über die Dunkelheit. Wer zum Wunder will, geht über die Realität. Wer zur Verbundenheit will, geht über die Trennung. Wer zur Aufrichtigkeit will, geht über die Unaufrichtigkeit. Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß das, deswegen scheut er keine der steinigen Wegetappen. Er weiß, dass er stets seinen gerechten Lohn erhält.
Alle Unternehmungen, die aus Mitleid, Angst, Gier, Flucht, Leere, Hass oder Rache beginnen, werden scheitern. Dem AUFRICHTIGEN WANDERER ist dies bewusst, deswegen klärt er seine Intention bevor er eine neue WegEtappe beginnt. Er kennt nur eine gelungene Absicht: LIEBE!
Der AUFRICHTIGE WANDERER legt auf seinem Weg alle Fragen, all Suchen und Wollen schrittweise ab. Er ersetzt dieses Erleben keinesfalls durch Gleichgültigkeit. Die frei gewordene Kraft verwendet er für Antworten, fürs Finden und fürs Erfolgen. Er fällt nicht auf Mangelillusionen rein, denn er lernt, dass das Leben eine perfekte Symphonie ist.
Viele Wegetappen sind neblig oder düster. Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß, wie er dennoch weitergeht. Mit Mut und Hingabe hangelt er sich in gleichbleibender Verbundenheit an der Führungsschnur des Herzen entlang.
KAPITEL II
Die Schwelle
Wer sich aufmacht, muss bereit sein, alles zu sehen
Viele mögen sagen: „Die Gräuel dieser Welt sind normal, schere Dich nicht weiter drum. Du kannst es eh nicht ändern!“ Der AUFRICHTIGE WANDERER akzeptiert solche Aussagen niemals. Er sieht hin - immer. Auch wenn es ihm den Atem nimmt, ihn zusammenbrechen lässt, ihn zerreisst - er sieht hin. Er sieht hin, damit die Opfer wissen, dass sie gesehen werden und dass es Menschen gibt, die die Gräuel niemals akzeptieren werden. Das Herz sieht hin, so bringt es die Liebe in die Welt. Deshalb sieht auch er hin.
Der AUFRICHTIGE WANDERER kennt nur einen bedingungslosen WegBegleiter, vertrauenswürdigen Führer, wahren Propheten und weisen Lehrer - DAS HERZ - Das, was wir alle sind.
Viele mögen sagen: „100%ige Aufrichtigkeit in jedem einzelnen Moment sei unmöglich. Jeder muss sich doch mal gehen lassen dürfen.“ Der AUFRICHTIGE WANDERER kann sich auf solche Aussagen der Nachlässigkeit nicht einlassen. Was die Aufrichtigkeit angeht, ist er Perfektionist - er strebt stets nach Vollendung.
Die Unterfangen des AUFRICHTIGEN WANDERERS sind oftmals tollkühn. Außenstehende begreifen das selten. Sie mögen fragen: „Wieso nimmst Du derart viel Kosten, Gefahr und Schmerz auf Dich? Was springt für Dich dabei raus? Du musst verrückt sein!“ Wahrscheinlich wird er schweigen, denn die Gründe kann nur derjenige verstehen, der von den Früchten der Aufrichtigkeit gekostet hat.
Der AUFRICHTIGE WANDERER orientiert sich an der fundamentalen Tugend der Naturwissenschaft: „Stelle immer den Beweis.“ Er glaubt nicht blind, nur weil er die Leere der Unwissenheit füllen will. Er stürzt sich mutig in die Erforschung des Lebens und wandert so lange, bis er den Beweis gefunden hat oder die Theorie fallen lässt. Er bleibt stets achtsam bis kritisch, so wie die aufrichtigen Forscher und Mystiker vor ihm es lehrten.
KAPITEL III
Die Prüfungen
Im Feuer der Herausforderung zeigt sich, was wir wirklich sind
Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß, dass ihn scheinbare oder tatsächliche Not aus dem Herzen reißen kann. Doch die Dringlichkeiten des Lebens schüren nur weiter seine Achtsamkeit. Er hat sich in tiefer Verbundenheit geübt, selbst wenn das Schwert über ihm baumelt. So findet er stets den Aufrichtigen Weg, handelt weise und geschickt.
Der AUFRICHTIGE WANDERER lernt die Verführungen der Welt kennen. Er scheut sich nicht sie in ihrer Tiefe zu erblicken. Er flüchtet nicht vor Anerkennungssucht, Habgier, Lethargie, Selbstgerechtigkeit oder Machtmissbrauch. Er weiß, dass ihn dies alles von dem Herzen trennen kann, doch das lässt er nicht zu. Deswegen stellt er sich den Verführungen und erlernt ihre Meisterschaft.
Manche Menschen verwechseln AUFRICHTIGKEIT mit Dogmatismus. Doch es existiert ein fundamentaler Unterschied. Aufrichtigkeit wirkt verbindend, befreiend und selbstermächtigend. Dogmatismus wirkt trennend, einsperrend und fremdermächtigend. Dogmatismus schafft Leid - Aufrichtigkeit löst es. Dogmatismus kann sich als Aufrichtigkeit tarnen, doch er wird seine zerstörerische Wirkung nie ablegen können.
Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß, dass das Leid hinter jeder Ecke seines Weges warten kann. Er verliert sich nicht in der Illusion, dass das Leid irgendwann für immer verschwindet, nur weil er dieses unzählige Male überwunden hat. Er weiß, dass er in jeden Moment auf seine maximale Aufrichtigkeit Acht geben muss, denn sie ist die einzige wirksame GEGENKRAFT zum Leid, die er kennt.
Der AUFRICHTIGE WANDERER ist stets mutig in Bewegung. Deshalb macht er einen Haufen Fehler - davor kann sich niemand feien. Doch jeden Fehler nutzt er zu einer noch vollendeteren Meisterschaft seiner Potentiale. Deshalb heisst er jeden Fehler ruhig willkommen. Auf dem Aufrichtigen Weg existieren Fehler im herkömmlichen Sinne nicht, aber ein Haufen Möglichkeiten zum Wachsen.
Dann und wann erwischt sich der AUFRICHTIGE WANDERER selbst, dass er desorientiert ist. Er wandert selbstverloren im Kreis und erkennt, dass sein Gespür für den Aufrichtigen Weg verschwommen ist. Er wird achtsamer und spürt, dass er einer Hürde unbewusst ausweichen wollte. Dann geht er zurück, überwindet diese und setzt seinen Weg selbsterkannt, zielgerichtet und befreit fort.
Der AUFRICHTIGE WANDERER versteht sich als Fährtenleser der Muster des Lebens. Er erforscht sie mit größtmöglicher Sachlichkeit und Genauigkeit. Das ist der wirksamste Weg, um Aufrichtigkeit zu erkennen, zu verstehen und zu leben. So bewandert er seinen Weg immer trittfester, geschickter und müheloser.
KAPITEL IV
Die Tiefe
Erst in der Dunkelheit lernen wir, unser eigenes Licht zu finden
Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß: Um Leid zu überwinden, kann niemals das Leid des Einen, durch das Leid eines Anderen ausgetauscht werden. So findet er stets den „Dritten Weg“, der alle über Leid wachsen lässt.
In jedem Rätsel ist die Lösung bereits enthalten. In jeder Frage, die Antwort. In jeder Wunde, die Heilung. Doch der AUFRICHTIGE WANDERER weiß, dass er genau hinsehen muss und dass die Lösung seine ganze Offenheit benötigt, denn sie ist nicht immer wie erwartet - doch immer vollendend.
Der AUFRICHTIGE WANDERER erkennt den Unterschied zwischen der Notwendigkeit zu intervenieren und den Dingen ihren Lauf nehmen zu lassen. Er weiß, dass voreiliges Eingreifen schweren Schaden verursachen kann. Er nutzt seine Geschicklichkeit, Geduld und Verbundenheit, um den Zeitpunkt zu sehen, in dem er agieren muss. Wenn dieser nicht kommen mag, hat das Leben schon für alles gesorgt.
KAPITEL V
Die Wandlung
Wahre Veränderung geschieht leise — und von innen
Das Leid dieser Welt kann dem AUFRICHTIGEN WANDERER nur etwas antun, wenn er sich davor verschließt. Er nutzt seine gewonnene Kühnheit und lässt sich treffen. Über demjenigen, der das Leid nicht spüren will, baumelt stets das Schwert. Dieser wird nie die volle Lebendigkeit erfahren. Seine Angst wird ihn immer gefangen halten. Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß: „Der Feigling stirbt 1000 Tode, der Mutige nur einen!“
Der Eigendünkel des Menschen macht ihn selbst zur Hauptfigur eines grandiosen, persönlichen Dramas. Der AUFRICHTIGE WANDERER überwindet diese leidvolle Neigung und erkennt dabei zutiefst, dass seine Person „lediglich“ ein Instrument einer gigantischen Symphonie des Lebens ist. Dies lässt ihn seinen wahren Platz im Orchester erkennen und spornt ihn an, die verbundensten Klänge beizutragen.
Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß, dass jede seiner Taten ausnahmslos Konsequenzen hat. Sie können das Leben befördern oder es ins Leid stürzen. Deswegen übernimmt er stets Selbstverantwortung. Er wird sich niemals überantworten lassen, lieber macht er Fehler und bügelt sie in Aufrichtigkeit aus. Nur so bleibt er selbstermächtigt.
KAPITEL VI
Die Rückkehr
Die Reise endet dort, wo sie begann — und alles ist neu
Der AUFRICHTIGE WANDERER weiß: Liebe ist nichts für Feiglinge. Liebe wird aus Mut gemacht. Was ihm an persönlichen Mut fehlt, erfüllt er mit dem aus tiefer Verbundenheit entstandenen Vertrauen in die perfekte Symphonie des Lebens.
„Eines Tages werde ich glücklich sein!“ Auf solche Verschiebungen seines Lebens lässt sich der AUFRICHTIGE WANDERER niemals ein. Er weiß, dass er nur im Hier und Jetzt agieren kann und nutzt bei dem kleinsten Anflug von Unglück seine Fähigkeiten, um es in Glück zu verwandeln.
Der Weg endet nie. Er wartet nur darauf, dass wir ihn weitergehen.
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Die Karten
Alle handgemalten Tafeln des WegWeisers